Narbentherapie
Narben entstehen nach Operationen, Verletzungen oder Entzündungen als natürlicher Bestandteil des Heilungsprozesses. Dabei kann es jedoch zu Verklebungen, Spannungen und Veränderungen im Bindegewebe kommen, die nicht nur lokal Beschwerden verursachen, sondern auch Beweglichkeit, Haltung und das allgemeine Körpergefühl beeinflussen können. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Narbengewebe eine veränderte Elastizität, Durchblutung und nervale Sensibilität aufweisen kann.
Die aktuelle Faszienforschung zeigt, dass Bindegewebe ein wichtiges sensorisches Netzwerk des Körpers darstellt. Veränderungen oder Verklebungen im Gewebe können die Körperwahrnehmung und Beweglichkeit beeinflussen (Schleip & Bartsch, 2023).
In der osteopathischen Narbenbehandlung betrachte ich deshalb nicht nur die Narbe selbst, sondern den gesamten Körper und seine Zusammenhänge.
Durch gezielte sanfte manuelle Techniken unterstütze ich die Beweglichkeit des Gewebes und die Regulation von Spannungen im Fasziensystem. Ergänzend zur Osteopathie setze ich folgende Methoden unterstützend ein:
- Softlaser-Therapie zur Förderung der Zellaktivität, Kollagenbildung und Mikrozirkulation
- Vibrationstherapie zur Verbesserung von Durchblutung, Gewebequalität und Sensibilität
- Kinesiologisches Taping zur Unterstützung von Lymphfluss, Hautbeweglichkeit und Gewebeentlastung
Die Behandlung wird individuell abgestimmt und orientiert sich an aktuellen Erkenntnissen aus Faszien-, Schmerz- und Regenerationsforschung.
Narbenbehandlung & postoperative Regeneration Frische oder auch ältere Narben können tiefere Gewebeschichten verkleben und zu spürbaren Zugspannungen im gesamten Körper führen. Die Softlasertherapie wird in meiner Praxis eingesetzt bei:
- Postoperativen Narben (z. B. nach Bauchspiegelungen / Laparoskopien)
- Kaiserschnittnarben (Sectio-Narben)
- Vaginalen Geburtsverletzungen (z. B. nach Dammrissen oder -schnitten)
Das Ziel der Behandlung: Spannungen und Verklebungen im Gewebe zu reduzieren und die natürliche Beweglichkeit wiederherzustellen. Gerade bei sehr sensiblen oder schmerzhaften Narben lindert die Kombination aus sanfter Osteopathie und Lasertherapie lokale Beschwerden und Bewegungseinschränkungen spürbar.
Wichtig für Sie: Wissenschaftlich belegt
- Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Netzwerk-Metaanalyse bestätigt, dass die Low-Level-Lasertherapie (LLLT) die Narbenqualität, Gewebeelastizität und die Regeneration durch Kollagenbildung nach Operationen signifikant verbessern kann (Yenyuwadee et al. 2024).
- Zudem zeigen kontrollierte Studien, dass diese Form der Lichttherapie regenerative Prozesse der Haut unterstützt und postoperative Rötungen sowie Entzündungen schneller abklingen lässt (Wanitphakdeedecha et al. 2019).
Osteopathische Begleitung bei Sectio-Narben (Kaiserschnitt) Narben nach einem Kaiserschnitt (Sectio) betreffen nicht nur die Hautoberfläche, sondern reichen tief in die verschiedenen Gewebeschichten des Bauch- und Beckenraums. Sie können das myofasziale Gleichgewicht beeinflussen. Das Ziel einer osteopathischen Narbenbehandlung ist es, die Elastizität des Gewebes zu fördern und den Körper bei der Regeneration zu unterstützen.
Mögliche osteopathische Schwerpunkte im Rahmen der Narbenbegleitung:
Sanfte, manuelle Techniken zielen darauf ab, lokale Spannungen und funktionelle Verklebungen im Bereich des Narbengewebes aufzuspüren und zu reduzieren.
Förderung der Faszienmobilität: Die Behandlung versucht, einer eingeschränkten Beweglichkeit der Bauch- und Beckenfaszien entgegenzuwirken, um die Gleitfähigkeit der Gewebeschichten zueinander zu verbessern.
Harmonisierung der Gewebesensibilität: Durch die Entlastung des Gewebes soll die lokale Gewebetrophik (Versorgung) optimiert werden, was auch einen positiven Einfluss auf ziehende oder sensible Empfindungen im Narbenbereich haben kann.
Ganzheitliche Statik: Untersuchung und Ausgleich der funktionellen Auswirkungen, die Narbenzüge potenziell auf die Körperhaltung, die Wirbelsäule oder die Dynamik des Beckenbodens haben können.
Hinweis nach dem Heilmittelwerbegesetz (HWG): Die osteopathische Narbenbehandlung ist eine Methode der Erfahrungsmedizin und wissenschaftlich bzw. schulmedizinisch nicht vollumfänglich anerkannt. Die beschriebenen Ansätze stellen kein Heil- oder Linderungsversprechen dar; ein Behandlungserfolg kann nicht garantiert werden. Die Behandlung von Operationsnarben erfolgt zudem erst nach vollständiger primärer Wundheilung. Wissentschaftliche Quellen: Schleip, R. & Bartsch, K. (2023).
Faszien als sensorisches und emotionales Organ. Osteopathische Medizin, 24(1), 4–10. doi:10.1016/S1615-9071(23)00009-6.
Yenyuwadee, S. et al. (2024) 'Effect of Laser and Energy-based Device Therapies to Minimize Surgical Scar Formation: A Systematic Review and Network Meta-analysis', Acta Dermato-Venereologica, 104, Art. v104.18477.
Wanitphakdeedecha, R. et al. (2019) 'Local and systemic effects of low-level light therapy with light-emitting diodes to improve erythema after fractional ablative skin resurfacing: a controlled study', Lasers in Medical Science, 34(2), S. 343–351.