Moderne Lasertherapie als Ergänzung der osteopathischen Behandlung



Die Low-Level-Lasertherapie (LLLT), auch Softlasertherapie genannt, ist ein modernes, sanftes und vollkommen schmerzfreies Verfahren der Lichtmedizin.

In meiner Praxis setze ich die Softlasertherapie gezielt unterstützend zur klassischen osteopathischen Behandlung ein. Während die Osteopathie Blockaden löst und die Gewebestrukturen mechanisch ins Gleichgewicht bringt, wirkt das Laserlicht direkt auf zellulärer Ebene. Diese Kombination hilft dabei, die Regeneration, Durchblutung und Gewebemobilität optimal zu fördern sowie die natürlichen Selbstheilungskräfte Ihres Körpers zu aktivieren.
 
Wirkung auf Gewebe und Zellen: Wie funktioniert der Softlaser?
 
Das Laserlicht dringt tief in das Gewebe ein, ohne dieses zu erwärmen oder zu verletzen. Dort wirkt es direkt auf die Mitochondrien (die „Kraftwerke“ unserer Zellen) und unterstützt essentielle Heilungsprozesse:
 
  • Zellenergie & Regeneration: Steigerung der zellulären ATP-Produktion (Zellenergie) für eine schnellere Heilung.
  • Mikrozirkulation: Verbesserung des lokalen Blut- und Lymphflusses, wodurch Schwellungen schneller abklingen.
  • Schmerzlinderung: Entzündungshemmende Effekte und direkte Beruhigung gereizter Nervenenden.
  • Gewebeaufbau: Unterstützung der körpereigenen Kollagenbildung.
  • Faszienelastizität: Verbesserung der Geschmeidigkeit von Faszienzügen und tiefem Narbengewebe.
 
Hinweis: Die Softlasertherapie ersetzt keine notwendige medizinische Behandlung, kann diese jedoch auf sanfte Weise sinnvoll ergänzen und beschleunigen.
Die Kombination aus Osteopathie und Softlasertherapie
 
Im Bereich der modernen urogynäkologischen Begleitung und der Unterstützung der Beckenbodenfunktion kann die komplementäre Verzahnung von manueller Osteopathie und Softlasertherapie sinnvolle Synergien bieten. In verschiedenen klinischen Beobachtungen und Untersuchungen wurden positive Tendenzen hinsichtlich der Unterstützung der Muskelkraft, der Gewebequalität und der Entlastung bei Schmerzzuständen beschrieben.
Die osteopathische Begleitung wird unter anderem bei chronischen Unterbauchschmerzen (Chronic Pelvic Pain / CPP) komplementär eingesetzt und findet auch in medizinischen Publikationen und Fachempfehlungen (wie z. B. in Auszügen der S2k-Leitlinie zum chronischen Unterbauchschmerz der Frau, 2022) als ergänzender Ansatz Erwähnung.
Aus osteopathischer Sicht richtet sich das Augenmerk auf die mechanischen und funktionellen Zusammenhänge: Ziel ist der Ausgleich von biomechanischen Dysbalancen des Beckens, die Förderung der Mobilität der inneren Organe (wie Blase und Gebärmutter) sowie die Regulation von Druckverhältnissen im Bauchraum. Dies soll dabei helfen, einen chronisch hypertonen (dauerhaft angespannten) Beckenboden auf myofasziale Weise zu entlasten.
Parallel dazu wird die Softlasertherapie (Photobiomodulation) mit dem Ziel eingesetzt, auf zellulärer Ebene Impulse zu setzen, um die lokale Mikrozirkulation und die körpereigenen Regenerationsprozesse zu fördern.
 
Mögliche Anwendungsbereiche am Beckenboden:
 
Unterstützung bei Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)
 
Hier stehen die Förderung der Gewebeelastizität und die Unterstützung der Beckenbodenstrukturen im Vordergrund. Während die Osteopathie die Statik des Beckens und die Druckverteilung im Bauchraum harmonisieren möchte, wird der Softlaser in der Literatur mit der Absicht beschrieben, die zelluläre Energieversorgung des Gewebes positiv zu beeinflussen (vgl. u.a. Mousa et al. 2021).
 
Begleitung bei chronischen Unterbauchschmerzen (CPP)
 
Dauerspannungen und funktionelle Triggerpunkte in der Beckenbodenmuskulatur (wie beim Levator-ani-Hypertonus) stehen im Fokus dieser kombinierten Begleitung. Die sanften Wellenlängen des Softlasers werden eingesetzt, um tiefe Gewebeschichten zu stimulieren und die Durchblutung zu fördern, was zu einer Verbesserung des Wohlbefindens beitragen kann (vgl. u.a. de Rezende et al. 2025).
 
Begleitender Ansatz bei Vulvodynie & Dyspareunie (Schmerzen im Intimbereich)
 
  • Softlaser: In funktionellen Untersuchungen wird beschrieben, dass die Anwendung des Softlasers einen positiven Einfluss auf die Gewebeelastizität der Schleimhaut und die lokale Feuchtigkeitsregulierung haben kann – als hormonfreie, unterstützende Maßnahme (vgl. de Rezende et al. 2025). 
  • Osteopathie: Die gezielte myofasziale Entspannung (Myofascial Release) des Beckenbodens sowie die Mobilisation der umliegenden Hüftmuskulatur (wie M. piriformis und M. iliopsoas) zielen darauf ab, lokale Spannungszüge zu mindern und die funktionelle Beweglichkeit zu verbessern (vgl. Puszcz et al. 2023).
 
Funktionelle Beckenbodendysfunktionen
 
Ob leichte Senkungsbeschwerden (Organprolaps), Koordinationsstörungen beim Stuhlgang (Anismus) oder das Hypertonic Pelvic Floor Syndrome: Moderne Kombinationstherapien aus physikalischen Reizen und manueller Begleitung zeigen in der osteopathischen und physiotherapeutischen Praxis sowie in klinischen Anwendungsbeobachtungen vielversprechende Ansätze zur Symptomverbesserung (vgl. Manni et al. 2024).
 
Wissenschaftliche Quellen:
 
(Für interessierte Kolleginnen, Kollegen und Patientinnen zur eigenständigen Recherche)
 
  • Yenyuwadee, S. et al. (2024): 'Effect of Laser and Energy-based Device Therapies to Minimize Surgical Scar Formation: A Systematic Review and Network Meta-analysis', Acta Dermato-Venereologica, 104.
  • Wanitphakdeedecha, R. et al. (2019): 'Local and systemic effects of low-level light therapy with light-emitting diodes to improve erythema...', Lasers in Medical Science, 34(2).
  • DGGG, Deutsche Schmerzgesellschaft und AGE (2022): S2k-Leitlinie: Chronischer Unterbauchschmerz der Frau, Leitlinienregisternummer 015-082, Berlin: AWMF.
  • Mousa, G. S. et al. (2021): 'Effect of low level laser on pelvic floor muscles and fascia in cases of stress urinary incontinence...', Physiotherapy Quarterly, 29(4).
  • de Rezende, G. P. et al. (2025): 'Evidence for the Use of Photobiomodulation in Sexual Dysfunction in Women with Breast Cancer...', Revista Brasileira de Cancerologia, 71(4).
  • Puszcz, M. et al. (2023): 'The effectiveness of manual trigger point therapy and myofascial release in the treatment of dyspareunia...', Journal of Bodywork and Movement Therapies, 35.
  • Manni, A. et al. (2024): 'Combined electrotherapy and photobiostimulation in the treatment of functional pelvic floor dysfunctions...', Journal of Gynecological and Obstetric Research, 12(2).
Verpflichtender rechtlicher Hinweis (HWG): Die Osteopathie sowie der urogynäkologische Einsatz der Softlasertherapie (Photobiomodulation) sind Methoden der Komplementär- und Erfahrungsmedizin. Beide Verfahren sind von der herrschenden Schulmedizin in Deutschland nicht vollumfänglich wissenschaftlich anerkannt, da ausreichende, großflächige randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) nach rein schulmedizinischen Standards oft noch ausstehen. Die genannten Studien und Literaturverweise dienen der transparenten Information über den aktuellen Forschungsstand für interessierte Fachkreise und Patienten, begründen jedoch kein Heil- oder Linderungsversprechen. Ein Behandlungserfolg kann nicht garantiert werden. Eine urogynäkologische Begleitung ersetzt niemals die notwendige fachärztliche Diagnostik und Therapie durch einen Gynäkologen oder Urologen.


 

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